Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Du bist eigentlich gesund, fühlst dich aber trotzdem häufig müde, abgeschlagen oder einfach nicht mehr so fit wie früher – und das, obwohl du eigentlich noch gar nicht so alt bist. Beim Arzt sind alle Werte unauffällig. Die Einschätzung: „Das ist normal beim Älterwerden.“ Aber was, wenn es nicht einfach der normale Alterungsprozess ist? Was, wenn ein schleichender Prozess in deinem Körper aktiv ist, der über Jahre und Jahrzehnte unbemerkt deine Zellen angreift, stille Entzündungen fördert und deine biologische Uhr schneller ticken lässt? Dieser Prozess hat einen Namen: Inflammaging.
Der Begriff steht für einen Zustand chronisch niedergradiger Entzündung im Körper, der ohne erkennbare Infektion oder Verletzung schleichend entsteht und andauert – und so unsere Zellen dauerhaft schädigt, unser biologisches Altern beschleunigt und sogenannte altersbedingte Krankheiten begünstigt.
Was du über diesen „unsichtbaren“ Prozess wissen solltest – und was du dagegen unternehmen kannst – erfährst du hier.
Was genau ist Inflammaging?
„Inflammaging“ ist ein Kunstwort aus „inflammation“ (engl. für Entzündung) und „aging“ (engl. für Altern) – man kann es mit Altern durch Entzündungen übersetzen. Der Begriff wurde im Jahr 2000 vom italienischen Immunologen Claudio Franceschi geprägt, um ein damals kaum bekanntes Phänomen zu beschreiben: einen chronisch unterschwelligen Entzündungszustand, der mit dem Alter häufiger auftritt – auch ohne akute Krankheit.
Heute ist in der Forschung gut belegt, dass solche stillen Entzündungen den biologischen Alterungsprozess beschleunigen und die Entstehung chronischer Krankheiten begünstigen – darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer, Diabetes Typ 2, Osteoporose und Krebs.
Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich dabei um eine anhaltende Überaktivität des Immunsystems, die zu:
- vermehrter Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe (z. B. IL-6, TNF-α, CRP),
- erhöhtem oxidativem Stress,
- sowie Störungen in der Zellregeneration
führen kann.
Im Gegensatz zu einer klassischen Entzündung, die ein natürlicher und zeitlich begrenzter Teil des Heilungsprozesses bei Infektionen oder Verletzungen ist, verlaufen die stillen Entzündungen beim Inflammaging schleichend und zunächst ohne akute Symptome: kein Fieber, keine Schwellung, keine Rötung, kein Schmerz. Viele Betroffene bemerken lediglich diffuse Erschöpfung, Infektanfälligkeit oder einen allgemeinen Vitalitätsverlust. Ihr Körper befindet sich jedoch in einem dauerhaften, schleichenden Entzündungszustand, vergleichbar mit einem leisen Glimmen im Hintergrund, das über Jahre hinweg Gewebe schwächt und natürliche Regenerationsprozesse behindert.
Wie entsteht Inflammaging?
Der Alterungsprozess ist komplex, doch Inflammaging spielt dabei häufig eine zentrale Rolle. Dabei sind heute mehrere biologische Prozesse bekannt, die einzeln, aber besonders in Kombination dazu führen, dass stille Entzündungen zunehmen:
1. Gestörte Autophagie: Wenn die zelluläre Müllabfuhr nachlässt
Unsere Zellen sind ständig aktiv: Sie teilen sich, erneuern sich und erledigen unzählige Aufgaben. Dabei entstehen laufend Abfallstoffe und beschädigte Bestandteile – sogenannter Zellmüll. Damit dieser rechtzeitig entsorgt wird, braucht es die Autophagie – einen körpereigenen Reinigungsprozess, der alte oder defekte Zellbestandteile abbaut und recycelt.
Lässt die Autophagie nach, steigt das Risiko für chronisch stille Entzündungen und damit für Inflammaging.
Der Begriff Autophagie bedeutet „Selbstverzehrung“ und beschreibt den natürlichen Mechanismus, mit dem Zellen Abfallstoffe, defekte Bestandteile oder verklumpte Proteine erkennen, abbauen und wiederverwerten.
Häufig kommen mit den Lebensjahren vermehrt Risikofaktoren zusammen, die dazu führen, dass die Autophagie-Fähigkeit deutlich abnimmt. Die Folge: Zellmüll sammelt sich mehr und mehr im Körper an, beschädigte Bestandteile verbleiben in der Zelle, reaktive Sauerstoffspezies (ROS) – das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellmembranen oder die DNA schädigen können – nehmen zu, und das Risiko für stille Entzündungen steigt weiter.
2. Oxidativer Stress
Ein weiterer Auslöser ist oxidativer Stress. Dieser entsteht, wenn die antioxidativen Abwehrsysteme des Körpers einem Übermaß an sogenannten freien Radikalen nicht mehr gewachsen sind. Freie Radikale sind hochreaktive Sauerstoff- oder Stickstoffverbindungen, denen ein Elektron fehlt. Um wieder stabil zu werden, entreißen sie anderen Molekülen Elektronen und beschädigen dadurch Zellbestandteile wie Zellmembranen, Eiweiße und sogar die DNA.
Freie Radikale entstehen einerseits ganz natürlich im Rahmen normaler Stoffwechselprozesse im Körper, etwa bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien oder als Teil der Immunabwehr. Andererseits können auch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Umweltgifte, Luftverschmutzung, Rauchen, Alkohol oder Entzündungen selbst die Bildung freier Radikale deutlich verstärken.
Wenn der Körper nicht mehr ausreichend Antioxidantien zur Verfügung hat, um diese aggressiven Moleküle zu neutralisieren, gerät das Gleichgewicht aus der Balance – es entsteht oxidativer Stress. Dieser aktiviert entzündliche Signalwege im Körper und trägt damit maßgeblich zur Entstehung von Inflammaging bei.
3. Mitochondriale Dysfunktion
Die auch als „Kraftwerke der Zellen“ bekannten Mitochondrien befinden sich in nahezu allen menschlichen Zellen. Sie sind dafür verantwortlich, Nährstoffe wie Glukose oder Fettsäuren in für den Körper nutzbare Energie (ATP) umzuwandeln.
Mit zunehmendem Alter arbeiten sie häufig weniger effizient. Das heißt, sie produzieren weniger Energie und setzen vermehrt reaktive Sauerstoffspezies (ROS) frei – aggressive Moleküle, die Entzündungsprozesse im Körper fördern können.
Eine gestörte Mitochondrienfunktion gilt heute sowohl als Ursache als auch als Folge von Inflammaging und sie kann die dabei häufig empfundene Energielosigkeit maßgeblich mitverursachen.
4. Seneszente Zellen
Eine gestörte oder nachlassende Autophagie, oxidativer Stress, mitochondriale Dysfunktion sowie andere ungünstige Einflüsse können dazu führen, dass sich im Körper sogenannte seneszente Zellen anreichern. Dabei handelt es sich um überalterte oder beschädigte Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber auch nicht wie gesunde Zellen abgebaut werden. Obwohl sie ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, bleiben sie im Gewebe anderweitig aktiv – und das nicht ohne Folgen.
Seneszente Zellen senden eine Vielzahl entzündungsfördernder Botenstoffe aus. Diese Signale locken Immunzellen an, die an Ort und Stelle eigentlich nicht gebraucht werden. Die Folge ist eine chronische Aktivierung des Immunsystems, das gegen „nichts“ kämpft – mit langfristigen Auswirkungen auf umliegendes Gewebe und Organe.
Je mehr sich diese seneszenten Zellen ansammeln, desto stärker wird das umliegende Gewebe in einen chronisch entzündlichen Zustand versetzt. Dieser Vorgang kann eine Kettenreaktion auslösen, durch die sich stille Entzündungen im Körper zunehmend ausbreiten.
5. Darm und Mikrobiom
Im gesunden Zustand sorgt die Darmwand dafür, dass nur die während der Verdauung aufgespaltenen Nahrungsbestandteile – also kleinste Moleküle wie Aminosäuren, Fettsäuren, Einfachzucker sowie Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe – kontrolliert in den Blutkreislauf gelangen können, wo sie dem Körper als Bausteine, Energiequelle und Funktionsregulatoren dienen.
Bestimmte Einflüsse wie chronischer Stress, Antibiotika, eine unausgewogene Ernährung mit zu viel Zucker, Alkohol, industriell verarbeiteten Lebensmitteln oder zu wenig Ballaststoffen können jedoch die Zusammensetzung des Darmmikrobioms nach und nach zum Schlechteren verändern und zur sogenannten Dysbiose führen – das bedeutet, dass sich das Gleichgewicht im Mikrobiom zugunsten potenziell schädlicher Darmbakterien verschoben hat. Dieser Zustand schwächt auf Dauer auch die schützende Barrierefunktion der Darmschleimhaut und führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms – dem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom.
Dabei gelangen nicht vollständig aufgespaltene Nahrungsbestandteile, Bakterienbestandteile und Toxine unkontrolliert in den Blutkreislauf. Da diese Moleküle dort normalerweise nichts verloren haben, erkennt das Immunsystem sie als potenziell schädlich und reagiert mit Abwehrreaktionen. Diese Immunaktivierung trägt zu systemischen, also körperweiten, Entzündungsprozessen bei und kann so das Inflammaging zusätzlich antreiben.
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All diese biologischen Prozesse stehen miteinander in Wechselwirkung und können sich gegenseitig verstärken. Schäden an Mitochondrien, eine gestörte Autophagie, oxidative Belastung, seneszente Zellen sowie ein Ungleichgewicht im Darmmikrobiom und das Leaky-Gut-Syndrom bilden gemeinsam ein Fundament, das entzündliche Prozesse vorantreibt und den gesamten Organismus schleichend belastet. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr werden stille Entzündungen chronisch — mit zunehmenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser biologisches Altern.
Doch die gute Nachricht ist: Viele dieser Mechanismen lassen sich aktiv beeinflussen und regulieren.
Warum ist Inflammaging gefährlich?
Chronisch erhöhte Entzündungswerte, auch wenn sie nur leicht über dem Normalbereich liegen, wirken sich nicht nur auf einzelne Organe aus, sondern belasten systemisch den gesamten Körper. Eine anhaltende Entzündungsaktivität kann:
- Zellen schädigen und deren Teilungsfähigkeit verringern
- Schützende Zellbestandteile (sogenannte Telomere) verkürzen und so die zelluläre Lebensdauer senken
- Reparatur- und Regenerationsprozesse blockieren
- Gefäße schädigen und Arteriosklerose fördern
- Insulinresistenz begünstigen
- Nervenzellen schwächen und neurodegenerative Prozesse fördern
Unspezifische Beschwerden können erste Anzeichen von Inflammaging sein: Energielosigkeit, Müdigkeit, verlangsamte Hautregeneration, mentale Erschöpfung, Schlafprobleme, Verdauungsbeschwerden – oder auch gehäufte Kopfschmerzen und Migräne. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen und chronische Erschöpfung können durch entzündliche Prozesse im Gehirn begünstigt werden.
Heute belegen zahlreiche Studien, dass Inflammaging eine Schlüsselrolle bei der Entstehung vieler altersassoziierter Krankheiten spielt, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Alzheimer und andere Demenzen, Osteoporose, Autoimmunerkrankungen und Krebs.
Doch damit nicht genug: Inflammaging befeuert nicht nur die Entstehung einzelner Erkrankungen – es beschleunigt auch den Alterungsprozess selbst. Die Forschung spricht heute deshalb von „inflammatorischem Altern“ als einem zentralen Mechanismus der biologischen Alterung insgesamt – nicht nur ihrer Begleiterscheinungen.
Inflammaging ist damit keineswegs eine normale und unvermeidliche Folge des Älterwerdens, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für chronische Krankheiten und vorzeitige Alterung. Oft glimmen die stillen Entzündungen über Jahrzehnte hinweg unbemerkt im Hintergrund.
Frauen, Hormone und stille Entzündungen
Mit der hormonellen Umstellung, die bei Frauen bereits in der Zeit vor den Wechseljahren (Perimenopause) beginnt, sinkt der Östrogenspiegel häufig früher und steiler als der Progesteronspiegel und es entsteht ein relatives Ungleichgewicht.
Östrogen wirkt unter anderem entzündungsregulierend. Sein im Vergleich stärker sinkender Spiegel kann entzündliche Prozesse verstärken – insbesondere in Haut, Gelenken und Gehirn. Das erklärt, warum viele Frauen in dieser Lebensphase über Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder diffuse Gelenkschmerzen klagen.
Kann man Inflammaging messen?
Stille Entzündungen verlaufen lange Zeit ohne spürbare Symptome. Dennoch lassen sich bestimmte Laborwerte bestimmen, die Hinweise auf eine entzündliche Belastung im Körper liefern können. Zu den wichtigsten Biomarkern für stille Entzündungen gehören:
- CRP (C-reaktives Protein) – ein allgemeiner Entzündungsmarker, der bereits bei leicht erhöhten Werten (z. B. 1–3 mg/l) auf eine chronisch erhöhte Entzündungsaktivität hinweisen kann, auch ohne akute Infektion.
- IL-6 (Interleukin 6) – ein Botenstoff, der aktiv an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Inflammaging beteiligt ist.
- TNF-α (Tumornekrosefaktor alpha) – ein entzündungsförderndes Zytokin, das insbesondere bei chronischen Entzündungen vermehrt ausgeschüttet wird.
- Homocystein – eine Aminosäure, deren erhöhte Spiegel mit oxidativem Stress, Gefäßschäden und Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht werden.
- Fibrinogen – ein Eiweiß, das an der Blutgerinnung beteiligt ist, aber auch bei entzündlichen Zuständen vermehrt gebildet wird.
Ein einzelner Laborwert wie CRP reicht in der Regel nicht aus, um stilles Entzündungsgeschehen zuverlässig festzustellen. Aussagekräftiger ist eine Kombination mehrerer Marker (z. B. CRP, IL-6, TNF-α), die im Zusammenhang mit individuellen Symptomen und Risikofaktoren bewertet wird – häufig können so bereits erhöhte Risiken erkannt werden, bevor klinische Symptome auftreten.
Wichtig: Selbst „Normalwerte“ von CRP über 1 mg/l gelten in der Präventionsmedizin bereits als Frühwarnzeichen für ein erhöhtes Entzündungs- und Krankheitsrisiko.
Da solche Werte durch kurzfristige Einflüsse wie Ernährung, Bewegung, Umwelteinflüsse oder Alkoholkonsum schwanken können, ist eine Kontrollmessung oft sinnvoll.
Was kannst du gegen Inflammaging tun?
Früher ging man vermehrt davon aus, dass chronische Krankheiten vor allem genetisch bedingt sind, dass sie einem sozusagen in die Wiege gelegt wurden. Mehr und mehr zeigt uns die Forschung jedoch, dass Gene zwar einen gewissen Einfluss haben können, der Lebensstil aber sehr viel entscheidender ist. Das heißt: Wir haben unsere Gesundheit – besonders auch im Alter – zu einem großen Teil selbst in der Hand.
Mit deiner Ernährung und deinem Lebenswandel kannst du aktiv dazu beitragen, auch im höheren Alter gesund und vital zu bleiben. Hier zeigen wir dir die wichtigsten Faktoren, auf die du achten kannst:
Ernährung: Entzündungshemmend essen
Die Grundlage jeder Anti-Inflammaging-Strategie ist eine vollwertige, pflanzenbetonte Ernährung mit viel frischem Gemüse, Kräutern und Obst, vollwertigen Saaten, Nüssen, Vollkorn-Getreide, gesunden Fetten und reichlich Ballaststoffen. Dazu gehört auch, ausreichend stilles, hochwertiges Wasser zu trinken.
Meiden oder nur in geringen Mengen konsumieren solltest Du Fleisch1Chen J, Campbell TC, Li J, Peto R (1990) China-Cornell-Oxford Project. Oxford University Press. → Link 1 → Link 2
Die Hauptthese der sogenannten „China Study“ basiert auf einer groß angelegten Untersuchung aus den 1980er-Jahren, bei der über 6.500 Menschen in 65 ländlichen Regionen Chinas hinsichtlich ihrer Ernährung und Gesundheit erfasst wurden. Die Auswertung zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen einem hohen Konsum tierischer Eiweiße – insbesondere aus Fleisch und Milchprodukten – und einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Im Gegenzug betont die Studie die gesundheitlichen Vorteile einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung (Whole Food Plant-Based Diet)./2EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) → Link
Die EPIC-Studie ist eine der größten europäischen Langzeitstudien zum Zusammenhang zwischen Ernährung und chronischen Krankheiten. Seit den 1990er-Jahren wurden über 500.000 Menschen aus zehn Ländern begleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von verarbeitetem rotem Fleisch mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist, während Fisch als eher neutral bis leicht schützend gilt. Eine pflanzenbetonte Ernährung korreliert mit einer geringeren Sterblichkeit – ein kompletter Verzicht auf tierische Produkte ist dafür aber nicht zwingend nötig./3Adventist Health Study (AHS-2) → Link
Die Adventist Health Study‑2 der Loma Linda University untersuchte rund 96.000 überwiegend vegetarisch lebende Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Auswertung zeigte, dass vegetarische Ernährungsweisen mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit und geringeren Raten chronischer Erkrankungen einhergehen. Insgesamt zeigte sich: Je weniger tierisches Protein verzehrt wurde, desto günstiger fielen die Gesundheitswerte aus., isolierten Zucker (Industriezucker), Weißmehlproduckte, stark verarbeitete Lebensmittel und Alkohol.
Studien wie die PREDIMED-Studie4Estruch, R. et al. (2018). Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts. N Engl J Med, 378(25):e34. DOI: 10.1056/NEJMoa1800389 → Link
PREDIMED war eine randomisierte Kontrollstudie in Spanien. Sie untersuchte drei Ernährungsweisen bei 7447 hoch kardiovaskulär gefährdeten älteren Erwachsenen: 1) Mittelmeerkost + natives Olivenöl; 2) Mittelmeerkost + Nüsse; 3) fettreduzierte Ernährung (= Kontrollgruppe). Nach median 4,8 Jahren wurde die Studie aufgrund signifikanter Effekte abgebrochen: → Herz-Kreislauf-Ereignisse (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskulärer Tod) nahmen um ca. 30 % ab in den beiden Gruppen, die Mittelmeerkost mit entweder nativem Olivenöl oder Nüssen zu sich genommen hatten. zeigen: Eine gesunde Ernährung mit gesunden Fetten kann Entzündungsmarker wie CRP, IL-6 und TNF-α deutlich senken und gleichzeitig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.
Intervallfasten: Zellreinigung durch gezielte Essenspausen
Auch das sogenannte Intervallfasten kann helfen, stille Entzündungen zu reduzieren. Beim Intervallfasten wird regelmäßig, meist jeden Tag, eine bestimmte Zeit auf Nahrungsaufnahme verzichtet, z. B. 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essenszeit pro Tag (16:8-Methode). Während der Fastenphasen wird der zelleigene Reinigungsprozess, die Autophagie, verstärkt aktiviert. Beschädigte Zellbestandteile und Abfallstoffe werden effizienter abgebaut, wodurch entzündungsfördernde Prozesse im Körper reduziert werden können. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiges Intervallfasten nicht nur den Stoffwechsel entlastet, sondern auch direkt positive Effekte auf Inflammaging haben kann5de Cabo, R. et al. (2019). Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease. N Engl J Med, 381(26):2541-2551. DOI: 10.1056/NEJMra1905136 → Link
Kernaussage dieser Publikation: Intervallfasten fördert Autophagie, senkt oxidative Belastung, reduziert Entzündungsprozesse und wirkt damit auch auf zentrale Alterungsmechanismen wie Inflammaging..
Bewegung: Regelmäßig, aber nicht übertrieben
Bewegung wirkt wie ein natürlicher Entzündungshemmer. Durch körperliche Aktivität werden entzündungsfördernde Botenstoffe abgebaut, Muskelgewebe stimuliert und das Mikrobiom positiv beeinflusst.
Optimal sind:
- Mindestens 140 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren)
- Zwei bis drei Einheiten leichtes bis moderates Krafttraining pro Woche
- Aktive Alltagsbewegung (z. B. Treppe anstatt Aufzug etc.)
Bei zu viel Sport – insbesondere bei intensivem Ausdauertraining – schüttet der Körper hingegen Stresshormone und entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Extremes Training kann dadurch Inflammaging eher verstärken als verhindern.
Übergewicht abbauen
Ein gesundes Körpergewicht ist ein zentraler Faktor zur Reduktion stiller Entzündungen. Fettzellen – insbesondere das viszerale Bauchfett – sind biologisch aktiv und setzen entzündungsfördernde Botenstoffe frei. Dadurch wird das Immunsystem dauerhaft aktiviert.
Studien zeigen, dass bei Übergewicht die Gewichtsabnahme und insbesondere eine Reduktion des Bauchfetts einen positiven Einfluss auf Entzündungsmarker wie CRP haben kann6Saijo, Y. et al. (2004). Relationship between C-reactive protein and visceral adipose tissue in healthy Japanese subjects. Diabetes Obes Metab, 6(4):249-58. DOI: 10.1111/j.1462-8902.2003.0342.x → Link/7Campbell, P.T. st al. (2009). A yearlong exercise intervention decreases CRP among obese postmenopausal women. Med Sci Sports Exerc, 41(8):1533-9. DOI: 10.1249/MSS.0b013e31819c7feb → Link.
Körper–Geist–Verbindung: Stress regulieren, seelisches Wohlbefinden stärken
Chronischer Stress ist einer der häufig unterschätzten Treiber stiller Entzündungen. Dauerhafte Anspannung aktiviert das sympathische Nervensystem sowie die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse), wodurch vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird.
Zwar ist Cortisol kurzfristig entzündungshemmend, doch bei chronisch erhöhten Spiegeln kommt es zu einer Fehlregulation: Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht, entzündungsfördernde Botenstoffe wie IL-6 und TNF-α werden vermehrt gebildet, und der Körper bleibt in einem dauerhaften Alarmzustand. Auch das Darmmikrobiom kann durch chronischen Stress gestört werden, was wiederum (siehe weiter oben) Entzündungsprozesse begünstigt.
Gezielte Stressregulation kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Empfehlenswert sind:
- Regelmäßige Schlafzeiten (7–9 Stunden), da erholsamer Schlaf die Immunbalance unterstützt.
- Achtsamkeitspraktiken wie Meditation, Atemübungen, Yoga oder regelmäßige Naturaufenthalte, die erwiesenermaßen das vegetative Nervensystem beruhigen und entzündliche Prozesse senken können.
- Reduktion von Reizüberflutung (z. B. durch Begrenzung von Bildschirmzeiten, digitalen Pausen und bewusste Entschleunigung im Alltag).
Schon kleine, regelmäßig in den Alltag integrierte Entspannungsrituale können langfristig dazu beitragen, stille Entzündungen zu reduzieren und die körperliche Resilienz zu stärken.
In der Psychoneuroimmunologie (PNI) und der Salutogenese-Forschung gibt es inzwischen viele Hinweise darauf, dass auch positive Emotionen, soziale Verbundenheit, Sinn, Freude und erfüllende Beziehungen das Nervensystem beruhigen, den Cortisolspiegel senken, das parasympathische System aktivieren – und damit entzündungshemmend wirken können. Das bedeutet: Auch Dinge, die uns Freude bereiten – sei es Musik, Bewegung, Kreativität oder das Zusammensein mit Familie und Freund:innen – stärken über emotionale und soziale Wege unser Nervensystem, senken das Stressempfinden und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Regulierung von Inflammaging.
Tu regelmäßig Dinge, die dir Freude bereiten – auch das ist aktive Zellpflege.
Pflanzenstoffe & Mikronährstoffe: Natürlich stark gegen stille Entzündung
Bestimmte bioaktive Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe haben in Studien gezeigt, dass sie gezielt Entzündungsprozesse regulieren können – ohne Nebenwirkungen wie viele Medikamente. Mehr dazu erfährst du im folgenden Kapitel.
Nahrungsergänzung und Pflanzenstoffe zum Schutz vor Inflammaging
Zusätzlich zu einem gesunden Lebensstil können bestimmte natürliche Substanzen gezielt unterstützen, den entzündlichen Alterungsprozess zu regulieren und somit zu verlangsamen. Studien zeigen, dass sie häufig auf mehreren Ebenen gleichzeitig in Entzündungs- und Alterungsprozesse eingreifen.
Beispiele für bewährte bioaktive und wissenschaftlich fundierte Naturstoffe sind:
Astragalus membranaceus
Astragalus membranaceus ist eines der wichtigsten Heilmittel aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Studien zeigen, dass Astragalus die Telomerase-Aktivität erhöhen kann8Liu, P. et al. (2017). Anti-Aging Implications of Astragalus Membranaceus (Huangqi): A Well-Known Chinese Tonic. Aging and Disease, 1;8(6):868–886. DOI: 10.14336/AD.2017.0816 → Link – also den natürlichen „Zellschutzmechanismus“, der mit dem Alter abnimmt. Außerdem wirkt es antioxidativ und entzündungsregulierend9Adesso, S.et al. (2018). Astragalus membranaceus Extract Attenuates Inflammation and Oxidative Stress in Intestinal Epithelial Cells via NF-κB Activation and Nrf2 Response. International Journal of Molecular Sciences, 19(3), 800. DOI: 10.3390/ijms19030800 → Link.
Spermidin
Ein körpereigener Stoff, der in jeder lebenden Zelle vorkommt. Spermidin fördert die Autophagie – den zelleigenen Reinigungsmechanismus – und schützt so vor Zellschäden. Mit dem Älterwerden produziert der Körper immer weniger Spermidin selbst. In Studien konnte zusätzlich eingenommenes Spermidin den Alterungsprozess verlangsamen und die Immunfunktion stabilisieren10Madeo, F.et al. (2018). Spermidine in health and disease. Science, 359(6374), eaan2788. DOI: 10.1126/science.aan2788 → Link/11Eisenberg, T. et al. (2009). Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nature Cell Biology, 11(11), 1305–1314. DOI: 10.1038/ncb1975 → Link.
Chaga-Pilz
Der Vitalpilz Chaga ist reich an Melanin, Polyphenolen und Beta-Glucanen. Er wirkt stark antioxidativ, unterstützt das Immunsystem und hemmt entzündliche Signalwege wie NF-κB12Hu, B. et al. (2021). Effect of Inonotus obliquus polysaccharide on composition of the intestinal flora in mice with acute endometritis. PLOS ONE, 16(11): e0259570. DOI: 10.1371/journal.pone.0259570 → Link.
Resveratrol
Ein Polyphenol, das natürlicherweise in roten Trauben vorkommt. Es aktiviert Sirtuine – Enzyme, die als „Langlebigkeitsgene“ bekannt sind. Resveratrol wirkt zudem entzündungshemmend und gefäßschützend13Baur, J. A., & Sinclair, D. A. (2006). Therapeutic potential of resveratrol: the in vivo evidence. Nature Reviews Drug Discovery, 5(6), 493–506. DOI: 10.1038/nrd2060 → Link/14Ørstrup, M. J.et al. (2014). Resveratrol increases bone mineral density and bone alkaline phosphatase in obese men: a randomized placebo-controlled trial. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 99(10), 3450–3458. DOI: 10.1210/jc.2014-2799 → Link
In dieser placebokontrollierten Studie mit 66 adipösen Männern (150 mg/Tag) zeigte das patentierte Veri‑te™ Resveratrol unter anderem eine signifikante Steigerung der Knochenmineraldichte und entzündungshemmender Enzyme, was die gesundheitlichen Effekte unterstreicht. Veri-te™ ist ein hochreines, nachhaltig produziertes trans-Resveratrol, das in Europa mittels eines patentierten Fermentationsverfahrens hergestellt wird. Im Gegensatz zu pflanzlichen Extrakten – die mitunter mit Schwermetallen oder Umweltgiften belastet sein können – garantiert Veri-te™ eine gleichbleibend hohe Reinheit und Bioverfügbarkeit. Klinische Studien belegen die positiven Effekte auf Herzgesundheit, Entzündungsregulation und Zellschutz..
Quercetin
Ein Flavonoid, das natürlicherweise z. B. in Zwiebeln, Äpfeln und Kapern vorkommt. Es hemmt Enzyme wie COX-2 und Lipoxygenasen, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind, und wirkt synergetisch mit anderen Antioxidantien15Boots, A. W.et al. (2008). Health effects of quercetin: from antioxidant to nutraceutical. European Journal of Pharmacology, 585(2–3), 325–337. DOI: 10.1016/j.ejphar.2008.03.008 → Link.
Curcumin
Der gelbe Wirkstoff aus Kurkuma ist einer der bekanntesten natürlichen Entzündungshemmer. Curcumin blockiert zentrale Entzündungswege und senkt nachweislich den CRP-Spiegel16Aggarwal, B. B. et al. (2007). Curcumin: The Indian solid gold. In: The Molecular Targets and Therapeutic Uses of Curcumin in Health and Disease (Advances in Experimental Medicine and Biology), Vol. 595, S. 1–75). Springer. DOI: 10.1007/978-0-387-46401-5_1 → Link/17Jurenka, J. S. (2009). Anti‑inflammatory properties of curcumin, a major constituent of Curcuma longa: A review of preclinical and clinical research. Alternative Medicine Review, 14(2), 141–153 → Link/18Amalraj, A. et al. (2019). The Effects of Bioavailable Curcumin (Cureit™) on Delayed Onset Muscle Soreness Induced by Eccentric Continuous Exercise: A Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind Clinical Study. Journal of Medicinal Food, 22(2), 167–175. DOI: 10.1089/jmf.2019.4533 → Link
In dieser humanen, doppelblinden Studie zeigte Cureit™ nach exzentrischem Training eine signifikante Senkung von Muskelschmerzen (DOMS) und eine Verbesserung ausgewählter Entzündungs- und Oxidationsmarker im Vergleich zu Placebo. (Cureit™ ist ein patentierter, 100 % natürlicher Kurkuma-Extrakt, der das gesamte Spektrum der in der Kurkumawurzel enthaltenen bioaktiven Inhaltsstoffe in ihrer natürlichen Matrix erhält. Im Vergleich zu herkömmlichen Kurkuma-Extrakten weist Cureit™ gemäß Studien eine rund zehnfach höhere Bioverfügbarkeit auf – ein entscheidender Vorteil, da Curcumin von Natur aus nur sehr schlecht vom Körper aufgenommen wird.).
Hagebutte
Reich an Vitamin C, Flavonoiden und Galaktolipiden. Wirkt antioxidativ, unterstützt die Kollagenbildung, die wichtig für straffe Haut sowie gesunde Gelenke und Knochen ist, aber mit dem Alter oft abnimmt. Außerdem reduzieren die Stoffe aus der Hagebutte Gelenkbeschwerden auch durch ihre entzündungshemmende Wirkung19Winther, K. et al. (2005). A powder made from seeds and shells of a rose-hip subspecies (Rosa canina) reduces symptoms of knee and hip osteoarthritis: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Scand J Rheumatol, 34(4):302-8. DOI: 10.1080/03009740510018624 → Link
In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 94 Patient:innen mit Arthrose an Hüfte oder Knie wurde täglich 5 g Hagebuttenpulver über einen Zeitraum von 3 Monaten eingenommen. Bereits nach 3 Wochen berichteten die Teilnehmenden über deutlich weniger Schmerzen (gemessen mit dem WOMAC-Schmerzscore) sowie über einen geringeren Bedarf an Schmerzmitteln..
Hyaluronsäure
Bekannt aus der Hautpflege, aber auch intern wirksam: Hochmolekulare Hyaluronsäure (≥ 800 kDa) wirkt entzündungsregulierend und unterstützt den Erhalt gesunder Gelenkstrukturen. Studien zeigen, dass größere Moleküle bestimmte Entzündungsbotenstoffe im Körper reduzieren können und so zur Gewebe-Regeneration und zum Zellschutz beitragen20Tavianatou. A.G. et al. (2019). Hyaluronan: molecular size-dependent signaling and biological functions in inflammation and cancer. FEBS J. 286(15):2883-2908. DOI: 10.1111/febs.14777 → Link.
Nicotinamid (Vitamin B3)
Nicotinamid ist eine Vorstufe von NAD⁺ – einem Molekül, das in jeder Zelle für die Energiegewinnung unverzichtbar ist21Revollo, J.R. et al. (2007). The regulation of nicotinamide adenine dinucleotide biosynthesis by Nampt/PBEF/visfatin in mammals. Curr Opin Gastroenterol, 23(2):164-70. DOI: 10.1097/MOG.0b013e32801b3c8f → Link. Es unterstützt die gesunde Funktion der Mitochondrien (unserer „Kraftwerke“) und trägt zur Zellregeneration bei. Studien zeigen außerdem, dass Nicotinamid Entzündungen hemmen und die Zellen vor oxidativem Stress und DNA-Schäden schützen kann22Surjana, D. et al. (2013). Nicotinamide enhances repair of ultraviolet radiation-induced DNA damage in human keratinocytes and ex vivo skin. Carcinogenesis, 34(5):1144-9. DOI: 10.1093/carcin/bgt017 → Link.
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Alle diese genannten bioaktiven Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe sind in Synergo juvenis in sorgfältig abgestimmten, wissenschaftlich fundierten und bioaktiven Dosierungen enthalten als praktische Nährstoff-Synergie für vitales Älterwerden. So kannst du den natürlichen Schutz vor Inflammaging gezielt unterstützen und langfristig ganz einfach in deinen Alltag integrieren.
Fazit: Inflammaging ist kein Schicksal – vieles hast du selbst in der Hand
Inflammaging betrifft uns alle – doch wir sind ihm nicht hilflos ausgeliefert. Die Forschung zeigt klar: Wer frühzeitig handelt und seinen Lebensstil bewusst gestaltet, kann chronische Entzündungsprozesse eindämmen, seine Zellgesundheit stärken und dadurch länger gesund, leistungsfähig und energiegeladen bleiben.
Der Schlüssel liegt in der Kombination aus gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Achtsamkeit, Stressmanagement und gezielter Zufuhr bioaktiver Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe – ganzheitlich, natürlich und nachhaltig.
Es sind die kleinen Entscheidungen, die du täglich triffst, die auf lange Sicht den Unterschied machen: Greifst Du zur Gummibärchentüte oder zum Apfel? Bleibst Du auf dem Sofa liegen oder drehst doch noch eine Runde im Wald oder Park? Regst du dich über eine herausfordernde Situation auf oder bleibst ruhig und zuversichtlich? Du hast es in der Hand!
Und keine Sorge: Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen oder sich ständig etwas zu verbieten. Im Gegenteil – ein gesunder Lebensstil darf und soll Freude machen. Bewusst genießen und lange vital bleiben – dieses Ziel kannst du erreichen, wenn du die Zusammenhänge kennst und jeden Tag gute Entscheidungen für dich selbst triffst!
- 1Chen J, Campbell TC, Li J, Peto R (1990) China-Cornell-Oxford Project. Oxford University Press. → Link 1 → Link 2
Die Hauptthese der sogenannten „China Study“ basiert auf einer groß angelegten Untersuchung aus den 1980er-Jahren, bei der über 6.500 Menschen in 65 ländlichen Regionen Chinas hinsichtlich ihrer Ernährung und Gesundheit erfasst wurden. Die Auswertung zeigte deutliche Zusammenhänge zwischen einem hohen Konsum tierischer Eiweiße – insbesondere aus Fleisch und Milchprodukten – und einem erhöhten Risiko für chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Im Gegenzug betont die Studie die gesundheitlichen Vorteile einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung (Whole Food Plant-Based Diet). - 2EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) → Link
Die EPIC-Studie ist eine der größten europäischen Langzeitstudien zum Zusammenhang zwischen Ernährung und chronischen Krankheiten. Seit den 1990er-Jahren wurden über 500.000 Menschen aus zehn Ländern begleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von verarbeitetem rotem Fleisch mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist, während Fisch als eher neutral bis leicht schützend gilt. Eine pflanzenbetonte Ernährung korreliert mit einer geringeren Sterblichkeit – ein kompletter Verzicht auf tierische Produkte ist dafür aber nicht zwingend nötig. - 3Adventist Health Study (AHS-2) → Link
Die Adventist Health Study‑2 der Loma Linda University untersuchte rund 96.000 überwiegend vegetarisch lebende Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Auswertung zeigte, dass vegetarische Ernährungsweisen mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit und geringeren Raten chronischer Erkrankungen einhergehen. Insgesamt zeigte sich: Je weniger tierisches Protein verzehrt wurde, desto günstiger fielen die Gesundheitswerte aus. - 4Estruch, R. et al. (2018). Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts. N Engl J Med, 378(25):e34. DOI: 10.1056/NEJMoa1800389 → Link
PREDIMED war eine randomisierte Kontrollstudie in Spanien. Sie untersuchte drei Ernährungsweisen bei 7447 hoch kardiovaskulär gefährdeten älteren Erwachsenen: 1) Mittelmeerkost + natives Olivenöl; 2) Mittelmeerkost + Nüsse; 3) fettreduzierte Ernährung (= Kontrollgruppe). Nach median 4,8 Jahren wurde die Studie aufgrund signifikanter Effekte abgebrochen: → Herz-Kreislauf-Ereignisse (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskulärer Tod) nahmen um ca. 30 % ab in den beiden Gruppen, die Mittelmeerkost mit entweder nativem Olivenöl oder Nüssen zu sich genommen hatten. - 5de Cabo, R. et al. (2019). Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease. N Engl J Med, 381(26):2541-2551. DOI: 10.1056/NEJMra1905136 → Link
Kernaussage dieser Publikation: Intervallfasten fördert Autophagie, senkt oxidative Belastung, reduziert Entzündungsprozesse und wirkt damit auch auf zentrale Alterungsmechanismen wie Inflammaging. - 6Saijo, Y. et al. (2004). Relationship between C-reactive protein and visceral adipose tissue in healthy Japanese subjects. Diabetes Obes Metab, 6(4):249-58. DOI: 10.1111/j.1462-8902.2003.0342.x → Link
- 7Campbell, P.T. st al. (2009). A yearlong exercise intervention decreases CRP among obese postmenopausal women. Med Sci Sports Exerc, 41(8):1533-9. DOI: 10.1249/MSS.0b013e31819c7feb → Link
- 8Liu, P. et al. (2017). Anti-Aging Implications of Astragalus Membranaceus (Huangqi): A Well-Known Chinese Tonic. Aging and Disease, 1;8(6):868–886. DOI: 10.14336/AD.2017.0816 → Link
- 9Adesso, S.et al. (2018). Astragalus membranaceus Extract Attenuates Inflammation and Oxidative Stress in Intestinal Epithelial Cells via NF-κB Activation and Nrf2 Response. International Journal of Molecular Sciences, 19(3), 800. DOI: 10.3390/ijms19030800 → Link
- 10Madeo, F.et al. (2018). Spermidine in health and disease. Science, 359(6374), eaan2788. DOI: 10.1126/science.aan2788 → Link
- 11Eisenberg, T. et al. (2009). Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nature Cell Biology, 11(11), 1305–1314. DOI: 10.1038/ncb1975 → Link
- 12Hu, B. et al. (2021). Effect of Inonotus obliquus polysaccharide on composition of the intestinal flora in mice with acute endometritis. PLOS ONE, 16(11): e0259570. DOI: 10.1371/journal.pone.0259570 → Link
- 13Baur, J. A., & Sinclair, D. A. (2006). Therapeutic potential of resveratrol: the in vivo evidence. Nature Reviews Drug Discovery, 5(6), 493–506. DOI: 10.1038/nrd2060 → Link
- 14Ørstrup, M. J.et al. (2014). Resveratrol increases bone mineral density and bone alkaline phosphatase in obese men: a randomized placebo-controlled trial. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 99(10), 3450–3458. DOI: 10.1210/jc.2014-2799 → Link
In dieser placebokontrollierten Studie mit 66 adipösen Männern (150 mg/Tag) zeigte das patentierte Veri‑te™ Resveratrol unter anderem eine signifikante Steigerung der Knochenmineraldichte und entzündungshemmender Enzyme, was die gesundheitlichen Effekte unterstreicht. Veri-te™ ist ein hochreines, nachhaltig produziertes trans-Resveratrol, das in Europa mittels eines patentierten Fermentationsverfahrens hergestellt wird. Im Gegensatz zu pflanzlichen Extrakten – die mitunter mit Schwermetallen oder Umweltgiften belastet sein können – garantiert Veri-te™ eine gleichbleibend hohe Reinheit und Bioverfügbarkeit. Klinische Studien belegen die positiven Effekte auf Herzgesundheit, Entzündungsregulation und Zellschutz. - 15Boots, A. W.et al. (2008). Health effects of quercetin: from antioxidant to nutraceutical. European Journal of Pharmacology, 585(2–3), 325–337. DOI: 10.1016/j.ejphar.2008.03.008 → Link
- 16Aggarwal, B. B. et al. (2007). Curcumin: The Indian solid gold. In: The Molecular Targets and Therapeutic Uses of Curcumin in Health and Disease (Advances in Experimental Medicine and Biology), Vol. 595, S. 1–75). Springer. DOI: 10.1007/978-0-387-46401-5_1 → Link
- 17Jurenka, J. S. (2009). Anti‑inflammatory properties of curcumin, a major constituent of Curcuma longa: A review of preclinical and clinical research. Alternative Medicine Review, 14(2), 141–153 → Link
- 18Amalraj, A. et al. (2019). The Effects of Bioavailable Curcumin (Cureit™) on Delayed Onset Muscle Soreness Induced by Eccentric Continuous Exercise: A Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind Clinical Study. Journal of Medicinal Food, 22(2), 167–175. DOI: 10.1089/jmf.2019.4533 → Link
In dieser humanen, doppelblinden Studie zeigte Cureit™ nach exzentrischem Training eine signifikante Senkung von Muskelschmerzen (DOMS) und eine Verbesserung ausgewählter Entzündungs- und Oxidationsmarker im Vergleich zu Placebo. (Cureit™ ist ein patentierter, 100 % natürlicher Kurkuma-Extrakt, der das gesamte Spektrum der in der Kurkumawurzel enthaltenen bioaktiven Inhaltsstoffe in ihrer natürlichen Matrix erhält. Im Vergleich zu herkömmlichen Kurkuma-Extrakten weist Cureit™ gemäß Studien eine rund zehnfach höhere Bioverfügbarkeit auf – ein entscheidender Vorteil, da Curcumin von Natur aus nur sehr schlecht vom Körper aufgenommen wird.) - 19Winther, K. et al. (2005). A powder made from seeds and shells of a rose-hip subspecies (Rosa canina) reduces symptoms of knee and hip osteoarthritis: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Scand J Rheumatol, 34(4):302-8. DOI: 10.1080/03009740510018624 → Link
In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 94 Patient:innen mit Arthrose an Hüfte oder Knie wurde täglich 5 g Hagebuttenpulver über einen Zeitraum von 3 Monaten eingenommen. Bereits nach 3 Wochen berichteten die Teilnehmenden über deutlich weniger Schmerzen (gemessen mit dem WOMAC-Schmerzscore) sowie über einen geringeren Bedarf an Schmerzmitteln. - 20Tavianatou. A.G. et al. (2019). Hyaluronan: molecular size-dependent signaling and biological functions in inflammation and cancer. FEBS J. 286(15):2883-2908. DOI: 10.1111/febs.14777 → Link
- 21Revollo, J.R. et al. (2007). The regulation of nicotinamide adenine dinucleotide biosynthesis by Nampt/PBEF/visfatin in mammals. Curr Opin Gastroenterol, 23(2):164-70. DOI: 10.1097/MOG.0b013e32801b3c8f → Link
- 22Surjana, D. et al. (2013). Nicotinamide enhances repair of ultraviolet radiation-induced DNA damage in human keratinocytes and ex vivo skin. Carcinogenesis, 34(5):1144-9. DOI: 10.1093/carcin/bgt017 → Link

